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Kaffee und Cortisol: Was wirklich dran ist

Ja, Koffein kann das Cortisol erhöhen – aber wie stark, hängt davon ab, wer trinkt und wann.

  • 6 Min. Lesezeit

Ja, Koffein kann das Cortisol erhöhen – aber wie stark, hängt davon ab, wer trinkt und wann. In einer doppelblinden Studie mit 96 gesunden Erwachsenen aus dem Jahr 2005 löste eine Dosis von 250 mg Koffein einen deutlichen Cortisol-Anstieg über den Tag aus. Das galt allerdings nur nach fünf koffeinfreien Tagen. Wer täglich Kaffee trank, reagierte anders: Die erste Tasse am Morgen löste diesen Ausschlag nicht mehr aus, doch eine zweite Dosis hob das Cortisol am frühen Nachmittag und am Abend wieder an. Die Autoren formulierten vorsichtig: Bei regelmäßigen Konsumenten ist die Cortisol-Antwort auf Koffein abgeschwächt, nicht aufgehoben.

Wenn Sie also zwei Tassen am Tag trinken und sich wohlfühlen, gibt es wahrscheinlich nichts zu korrigieren. Wenn Sie Kaffee trinken, um Erschöpfung zu überdecken, und Ihr Herz dabei schneller schlägt – oder wenn Sie schon vor der ersten Tasse angespannt aufwachen –, dann betrifft Sie der Rest dieses Textes.

Was Cortisol tut und warum Koffein daran rührt

Cortisol ist ein Hormon, das der Körper selbst bildet. Es hilft beim Wachwerden am Morgen, liefert tagsüber Energie und sinkt am Abend ab. Es ist kein giftiger Eindringling, den man ausleiten müsste, sondern Teil des Systems, das Sie in Gang hält. Der Cortisol- und Stressspiegel kann durch zu viele Lebensmittel mit zugesetztem Zucker, durch Limonaden oder durch übermäßige Mengen Alkohol und koffeinhaltiger Getränke steigen.

Koffein kommt hier ins Spiel, weil es den Cortisolspiegel beeinflussen kann – jenes Hormon, das der Körper natürlich produziert, das morgens beim Wachwerden hilft, tagsüber Energie gibt und abends absinkt. Wie empfindlich jemand auf Koffein reagiert und wie schnell der Körper es abbaut, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Entscheidend sind die Dosis und der Zeitpunkt.

Wie viel ist zu viel?

Die US-amerikanische FDA geht davon aus, dass 400 mg Koffein pro Tag für die meisten Erwachsenen – ungefähr zwei bis drei Tassen Kaffee – im Allgemeinen nicht mit negativen Effekten verbunden sind. Dieselbe Quelle betont, was man selten hört: Die Empfindlichkeit gegenüber Koffein und die Geschwindigkeit, mit der der Körper es abbaut, unterscheiden sich stark von Person zu Person. Zwei Menschen mit derselben Tasse können völlig unterschiedlich reagieren. Eine allgemeingültige Zahl für alle gibt es nicht.

Sind tägliche Kaffeetrinker gegen den Effekt immun?

Nein. Genau hier versagt die öffentliche Information oft, und hier ist die vorhandene Evidenz weniger eindeutig, als es scheint.

Die Studie von 2005 zeigte eine teilweise Toleranz: Bei täglicher Aufnahme von 300 mg oder 600 mg verschwand die Cortisol-Antwort auf die erste Morgendosis. Eine zweite Dosis später am Tag hob das Cortisol am frühen Nachmittag und am Abend jedoch wieder an. Die Gewohnheit dämpft den Effekt der ersten Tasse also, sie schaltet ihn nicht völlig aus.

Es gibt außerdem ein älteres Ergebnis aus einer Laborstudie mit 25 gesunden Männern, das in die entgegengesetzte Richtung wies: Koffein mehr als verdoppelte die stressbedingten Cortisol- und Adrenalin-Reaktionen – sowohl bei regelmäßigen als auch bei Gelegenheitstrinkern. Das deutet darauf hin, dass der regelmäßige Konsum nicht zwangsläufig mit Toleranz einhergeht. Die Studie ist klein, alt und umfasst nur Männer. Ihr Ergebnis zur Toleranz widerspricht der Untersuchung von 2005. Wenn sich zwei Quellen so widersprechen, lautet die ehrliche Antwort: Die Frage ist nicht abschließend geklärt – und Ihre eigene Erfahrung zählt mehr als der Durchschnitt der Studien.

Typische Fehler, die den Kaffee kaputt machen

Der erste und häufigste: Kaffee als Ersatz für fehlenden Schlaf. Wenn Kaffee das Einzige ist, das Sie durch den Tag bringt, ist nicht der Kaffee das Problem, sondern der Schlaf.

Der zweite ist die späte zweite Tasse. Die Ergebnisse von 2005 zeigen: Gerade die zweite Dosis hebt das Cortisol bei Menschen, die bereits regelmäßig Kaffee trinken, wieder an. Wenn Sie gewohnheitsmäßig um vier oder fünf Uhr nachmittags Kaffee trinken und sich dann wundern, warum Sie schlecht einschlafen, wissen Sie, wo Sie ansetzen können.

Der dritte: Kaffee auf nüchternen Magen, direkt nach dem Aufwachen. Es lohnt sich, das eine Woche lang auszuprobieren und zu vergleichen.

Eine Sorge, die weniger zählt, als viele denken, ist die Kaffeesorte. Das Koffein ist dasselbe; es ändert sich nur die Menge – und die misst man in Tassen, nicht in Modetrends.

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Ein Fehler, der oft übersehen wird: Koffein steckt nicht nur im Kaffee. Die Cleveland Clinic bringt einen erhöhten Cortisolspiegel mit zu vielen Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker, mit Limonaden und mit reichlich Alkohol in Verbindung – zusätzlich zu koffeinhaltigen Getränken. Wenn Sie den Kaffee streichen, aber drei Limonaden am Tag behalten, werden Sie wahrscheinlich keinen großen Unterschied bemerken.

So passen Sie den Kaffee in einen echten Tag ein

Sie müssen den Kaffee nicht streichen. Sie müssen wissen, wo Ihre Grenzen liegen. Ein einfacher Plan zum Testen über zwei bis drei Wochen:

  • Verschieben Sie die erste Tasse auf etwa eine Stunde nach dem Aufwachen. Die Cleveland Clinic beschreibt Cortisol als ein Hormon, das der Körper natürlich bildet, das morgens beim Wachwerden hilft, tagsüber Energie liefert und abends absinkt.
  • Legen Sie eine Grenzzeit fest, ab der Sie kein Koffein mehr zu sich nehmen.
  • Zählen Sie Ihre Tassen eine Woche lang. Nicht um sich zu verurteilen, sondern um den tatsächlichen Ausgangspunkt zu kennen.
  • Ersetzen Sie die zweite Tasse durch Wasser oder eine kurze Pause.

An Tagen, die schlecht laufen – kurze Nacht, schwieriges Meeting –, versuchen Sie nicht, mit mehr Kaffee gegenzusteuern. Nehmen Sie den langsameren Tag an und schützen Sie Ihre Schlafenszeit.

Wenn es nach zwei oder drei Wochen nicht besser wird

Prüfen Sie zuerst, ob Sie das Grundlegende umgesetzt haben: Grenzzeit eingehalten, Menge gezählt, Schlaf geschützt. Wenn ja und Sie sich weiterhin angespannt fühlen, mit schnellerem Herzschlag oder schlechtem Schlaf, sprechen Sie am besten mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke. Es gibt Ursachen für Erschöpfung und Unruhe, die sich nicht durch Kaffee-Anpassungen lösen lassen – und sie lassen sich nicht allein anhand eines Artikels unterscheiden.

Die Empfindlichkeit gegenüber Koffein ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Deshalb ist ein Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft sinnvoller als eine eigene Recherche.

Wo ein Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel kommt – wenn überhaupt

Hier lohnt sich Klartext: Kein Nahrungsergänzungsmittel gleicht schlechte Schlafgewohnheiten aus oder eine Koffeindosis, die Ihnen nicht bekommt. Wenn Sie Kaffee, Zeitplan und Erholung bereits angepasst haben und etwas ausprobieren möchten, gibt es die Fruchtgummis gegen Stress von TuttiBear mit L-Theanin, Ashwagandha, GABA, Vitamin D3 und Vitamin B12. Die Verzehrempfehlung für Erwachsene liegt bei zwei Fruchtgummis täglich, vorzugsweise nach einer Mahlzeit. Sie können Schläfrigkeit verursachen – fahren Sie in diesem Fall nicht und bedienen Sie keine Maschinen. Nicht empfohlen für Kinder, Schwangere oder Stillende sowie für Personen mit Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen. Bei Lebererkrankungen, anderen Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten vor der Anwendung eine medizinische Fachkraft konsultieren. Die frühe Forschung zu einzelnen dieser Inhaltsstoffe ist vielversprechend, aber nicht gefestigt; für die Kombination in dieser Form ist die Datenlage dünn. Erwarten Sie keine schnelle Lösung und sehen Sie das Produkt nicht als Ersatz für die Gewohnheiten oben.

Die ehrliche Antwort zu Kaffee und Cortisol

Kaffee erhöht das Cortisol unter bestimmten Umständen: bei Menschen, die sonst keinen Kaffee trinken, und bei allen, die später am Tag eine zweite Dosis nehmen. Bei regelmäßigen Trinkern ist dieser Effekt geringer, als oft behauptet wird. Trotzdem ist die Wissenschaft nicht abgeschlossen – es gibt widersprüchliche Ergebnisse, und keines davon sagt Ihnen genau, was bei Ihnen passiert.

Was Sie als Nächstes tun können: Zählen Sie eine Woche lang Ihre Tassen, verschieben Sie die erste und legen Sie die letzte fest. Dann bewerten Sie. Wenn Ihr Körper Ihnen sagt, dass es besser läuft, haben Sie Ihre Antwort. Wenn nicht, sprechen Sie mit jemandem, der Sie untersuchen kann.

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