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Guarana: schädlich oder unbedenklich? Was die Evidenz zeigt

Für die meisten gesunden Erwachsenen ist Guarana in üblichen Mengen unbedenklich.

  • 9 Min. Lesezeit

Für die meisten gesunden Erwachsenen ist Guarana in üblichen Mengen unbedenklich. Der Kernpunkt: Guarana ist vor allem eine natürliche Koffeinquelle, und das Koffein – nicht die Pflanze an sich – erklärt sowohl die erwünschten Wirkungen (Wachheit, Fokus) als auch die unerwünschten (Schlaflosigkeit, Nervosität, Herzklopfen). Entscheidend ist also nicht das Guarana allein, sondern die Gesamtmenge an Koffein, die Sie pro Tag zu sich nehmen – aus Kaffee, Tee, Limonaden, Schokolade und Nahrungsergänzungsmitteln zusammen.

Es gibt jedoch Gruppen, für die Guarana nicht ratsam ist oder Vorsicht verlangt: Schwangere und Stillende, Kinder, Menschen mit Herzbeschwerden, Angststörungen oder Koffeinempfindlichkeit sowie alle, die bestimmte Medikamente einnehmen. Im Folgenden sehen Sie, was die Evidenz zeigt, wo die Grenzen liegen und wie Sie eine sichere Entscheidung treffen.

Ist Guarana an sich gefährlich – oder ist es das Koffein?

Guarana (Paullinia cupana) ist eine Pflanze aus dem Amazonasgebiet, deren Samen reich an Methylxanthinen sind – vor allem Koffein – und an Flavonoiden. Eine narrative Übersichtsarbeit zum Guarana-Konsum und zur menschlichen Gesundheit beschreibt genau diese bioaktiven Verbindungen als verantwortlich für die untersuchten Effekte und merkt an, dass die verfügbare Evidenz noch mehr Studien am Menschen und mechanistische Forschung braucht.

Anders gesagt: Wer die Sicherheit von Guarana beurteilt, beurteilt im Wesentlichen die Sicherheit des Koffeins, das es liefert. Eine umfassende Übersicht zu Koffein in Lebensmitteln beschreibt es als eine der meistkonsumierten Zutaten weltweit – enthalten in Kaffeebohnen, Kakao, Kolanüssen, Guarana-Beeren und Teeblättern – und hält moderaten Konsum für unbedenklich, mit zugeschriebenen Vorteilen wie weniger Müdigkeit und größerer Wachheit. Zugleich betont sie, dass die negativen Effekte übermäßigen Konsums berücksichtigt werden müssen, besonders bei Kindern und Schwangeren.

Wer sollte Guarana meiden?

Es gibt Gruppen, für die Guarana nicht die richtige Wahl ist. Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor dem Konsum mit einer medizinischen Fachkraft.

  • Schwangere und Stillende: Die Übersichten zu Koffein in Lebensmitteln betonen, dass die negativen Effekte übermäßigen Konsums berücksichtigt werden müssen, besonders bei Schwangeren. Da Guarana zur Tageskoffeinmenge beiträgt, kann es die Aufnahme leicht über das Wünschenswerte hinaus treiben, wenn Kaffee oder Tee dazukommen.
  • Kinder: Dieselbe Übersicht hebt hervor, dass die negativen Effekte übermäßigen Konsums besonders bei Kindern berücksichtigt werden müssen. Es gibt keine Evidenz für einen Nutzen, der eine Exposition rechtfertigen würde.
  • Menschen mit Herzbeschwerden oder unkontrolliertem Bluthochdruck: Koffein hat hämodynamische Effekte. In einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie mit 16 gesunden Erwachsenen erhöhten Nahrungsergänzungsmittel mit Guarana (in Kombination mit Ephedra) die Herzfrequenz signifikant (maximaler Anstieg 9,4 ± 8,6 Schläge/min) und den Blutdruck (maximaler Anstieg 11,5 ± 10,7 mmHg systolisch und 7,3 ± 7,4 mmHg diastolisch) im Vergleich zu Placebo. Wichtig: Diese Studie verwendete eine Kombination mit Ephedra und isoliert daher nicht die Wirkung von Guarana – sie zeigt aber, dass derartige Stimulanzien messbare kardiovaskuläre Auswirkungen haben.
  • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt: Koffein kann mit zahlreichen Arzneimitteln interagieren. Wenn Sie Medikamente gegen Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Angst oder Depression einnehmen, sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Was die Evidenz zu den Wirkungen von Guarana sagt

Die spezifische Evidenz zu Guarana als ganzer Pflanze ist begrenzter als die Evidenz zu Koffein. Eine Metaanalyse von 2023, die acht placebokontrollierte Studien mit 328 Teilnehmenden zusammenfasste, untersuchte die akute Wirkung von Guarana auf die kognitive Leistung. Die untersuchten Dosen lagen zwischen 37,5 mg und 500 mg Guarana, bei einem berichteten Koffeingehalt zwischen 4,3 mg und 100 mg. Der globale mittlere Effekt lag unter der Trivialschwelle (Hedge's g = 0,076; p = 0,14), doch eine Subgruppenanalyse fand einen kleinen, aber signifikanten Effekt auf die Reaktionszeit zugunsten von Guarana gegenüber Placebo (g = 0,202; p = 0,005), ohne Unterschied bei den Genauigkeitsmaßen.

Das heißt: Die Evidenz für kognitive Verbesserungen durch Guarana ist bescheiden und nicht einheitlich. Wer tiefer einsteigen will, findet die Details auf der Seite zu den Guarana-Vorteilen und zur Wirkweise von Guarana.

Mythen und Wahrheiten: Was Guarana wirklich kann

Um Guarana ranken sich einige feste Überzeugungen, die einer Prüfung nicht standhalten. Die häufigste: Guarana mache schlank. Eine systematische Übersichtsarbeit zu unerwünschten Ereignissen von pflanzlichen Abnehmsupplementen untersuchte mehrere Pflanzen, darunter Paullinia cupana, und kam zu dem Schluss, dass unerwünschte Ereignisse berichtet werden, teils schwerwiegend; für ephedra- und ephedrinhaltige Supplemente wurde ein erhöhtes Risiko für psychiatrische, autonome oder gastrointestinale Ereignisse sowie Herzklopfen identifiziert.

Hinzu kommt eine randomisierte, doppelblinde Studie mit 67 Erwachsenen mit Übergewicht, die ein pflanzliches Supplement mit Ma Huang und Guarana über 8 Wochen testete. Die aktive Gruppe verlor mehr Gewicht und Fettmasse – doch 8 der 35 Teilnehmenden in dieser Gruppe (23 %) brachen die Studie wegen möglicherweise behandlungsbedingter Effekte ab, am häufigsten Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Auch diese Studie kombinierte Guarana mit Ephedra und erlaubt daher keine Zuordnung der Ergebnisse allein zum Guarana. Es gibt keine Evidenz dafür, dass Guarana für sich genommen eine nennenswerte Gewichtsabnahme bewirkt.

Eine zweite verbreitete Annahme lautet, Guarana wirke grundsätzlich anders als Kaffee, weil es „natürlich" sei. Das ist ein Etikett, keine Eigenschaft. Die Studienlage beschreibt die Effekte über den Koffeingehalt und weitere bioaktive Verbindungen – und die Dosis bleibt der entscheidende Faktor, unabhängig von der Quelle. Eine dritte Annahme: mehr Guarana bedeute mehr Wirkung. Auch das trifft nicht zu; oberhalb einer gewissen Menge wächst vor allem das Risiko unerwünschter Effekte.

Was „zu viel" in diesem Zusammenhang bedeutet

Zwischen einer tolerierbaren Zufuhr und einer gefährlichen Dosis liegt ein breiter Graubereich, und genau dort spielt sich das meiste ab. Eine tolerierbare Obergrenze ist keine Warnlinie, ab der etwas passiert – sie beschreibt die Menge, die über ein Leben lang täglich ohne nennenswertes Risiko aufgenommen werden kann. Ein akutes Problem entsteht typischerweise erst weit darüber, und die Schwelle ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Die Menge, die Symptome auslöst, variiert stark: Manche spüren schon bei niedrigen Dosen etwas, andere tolerieren deutlich mehr. Verlassen Sie sich nicht auf die Erfahrung anderer – Ihr eigener Körper ist der einzige Maßstab, der für Sie zählt.

Die häufigen, milden Effekte – und was Sie dagegen tun

Die meisten unerwünschten Wirkungen von Koffein sind unangenehm, aber vorübergehend und verschwinden, sobald der Spiegel sinkt. Typisch sind:

  • Nervosität oder Unruhe
  • beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Magenbeschwerden oder Übelkeit
  • Angst oder in schweren Fällen Panikattacken

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Wenn Sie eines dieser Zeichen bei sich bemerken, hören Sie mit dem Koffein auf, trinken Sie Wasser und ruhen Sie sich aus. In der Regel klingen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden ab. Beobachten Sie, ob es wiederkehrt, sobald Sie erneut Koffein aufnehmen – das sagt Ihnen mehr über Ihre persönliche Schwelle als jede Tabelle.

Wann Sie aufhören und Hilfe holen sollten

Von den alltäglichen Beschwerden zu unterscheiden sind Zeichen, die ärztlich abgeklärt gehören. Dazu zählen Ohnmacht, Brustschmerz oder ein sehr unregelmäßiger Herzschlag. In diesen Fällen suchen Sie sofort medizinische Hilfe – warten Sie nicht ab, ob es von selbst besser wird.

Ein weiteres Signal: Wenn Sie die Dosis wiederholt steigern müssen, um dieselbe Wirkung zu spüren, oder wenn Sie ohne Koffein Kopfschmerzen und Erschöpfung bekommen, ist das ein Hinweis auf Toleranz beziehungsweise Entzug. Das ist nicht gefährlich, aber ein guter Moment, das eigene Konsummuster zu überdenken.

Wechselwirkungen, die Sie kennen sollten

Koffein wird in der Leber abgebaut, und alles, was diesen Abbau verlangsamt, verstärkt die Wirkung. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, ist das kein Grund zur Panik, aber ein Grund für ein Gespräch mit Ihrer Apotheke. Dasselbe gilt für andere Stimulanzien: Energy-Drinks und weitere koffeinhaltige Supplemente am selben Tag summieren sich, ohne dass Sie es als „mehr" wahrnehmen.

Was das Fruchtgummi-Format ändert

Ein Fruchtgummi ist kein Getränk und keine Kapsel, und das hat praktische Folgen. Die angegebene Verzehrempfehlung ist eine Obergrenze, keine Zielmenge – bei einem süßen Produkt liegt die Versuchung näher, über die Dosis hinauszugehen, besonders bei Kindern. Bewahren Sie das Produkt deshalb außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern auf; das steht so auch auf dem Etikett.

Zum Kauen kommt ein Punkt, den viele übersehen: Fruchtgummis können Zucker oder mehrwertige Alkohole enthalten, und mehrwertige Alkohole können bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Ob und wie viel Zucker oder Süßungsmittel enthalten sind, steht auf dem jeweiligen Etikett – prüfen Sie das dort, nicht in einer allgemeinen Aussage über Fruchtgummis. Und weil das Kauen die Aufnahme nicht grundsätzlich verlangsamt, gilt die Dosis auch hier als das, was zählt.

Guarana in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist die Zurückhaltung am deutlichsten begründet. Die Übersichten zu Koffein in Lebensmitteln betonen, dass die negativen Effekte übermäßigen Konsums besonders bei Schwangeren berücksichtigt werden müssen. Da Guarana eine Koffeinquelle ist, trägt es zur Tagesmenge bei. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie irgendein Supplement mit Guarana einnehmen.

Die offiziellen Empfehlungen gehen dahin, dass Schwangere 200 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen nicht überschreiten sollten. Weil Guarana zu dieser Summe zählt, ist die Grenze schneller erreicht, als man denkt – vor allem, wenn zusätzlich Kaffee oder Tee dazukommen.

Was auf dem Etikett der Energie-Fruchtgummis mit Guarana steht

Die Energie-Fruchtgummis mit Guarana von TuttiBear liefern pro Portion von 2 Fruchtgummis: 200 mg Guarana-Extrakt, davon 44 mg Koffein, 200 mg L-Theanin, 100 mg L-Tyrosin, 1,4 mg Vitamin B6 (100 % NRV), 10 µg Vitamin B12 (400 % NRV) und 40 mg Vitamin C (50 % NRV). Die angegebene Verzehrempfehlung lautet: täglich 2 Fruchtgummis kauen, vorzugsweise nach einer Mahlzeit, die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten.

Der Vergleich mit den Studien: Die Metaanalyse zur Kognition verwendete Guarana-Dosen zwischen 37,5 mg und 500 mg, mit 4,3 mg bis 100 mg Koffein. Die Fruchtgummis liefern 200 mg Extrakt und 44 mg Koffein pro Portion – innerhalb des untersuchten Bereichs. Studienmengen sind jedoch keine Verzehranweisungen, und jedes Produkt hat seine eigene Verzehrempfehlung.

Die Warnhinweise auf dem Etikett sind eindeutig: enthält Koffein (44 mg pro Tagesdosis); nicht für Kinder, Schwangere oder Stillende empfohlen; enthält mehrwertige Alkohole, kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken; außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren; bei Erkrankungen oder Einnahme von Medikamenten vor dem Verzehr medizinischen Rat einholen.

Zu den Vitaminen: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, Vitamin B6 zu einer normalen Funktion des Nervensystems – gemäß den zugelassenen Angaben der Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Wie Sie Guarana sicher verwenden

Wenn Sie sich für Guarana entscheiden, helfen diese praktischen Regeln, das Risiko zu senken:

  • Halten Sie sich an die Etikettendosis. Mehr ist nicht besser.
  • Zählen Sie das Tageskoffein zusammen. Rechnen Sie Guarana zu Kaffee, Tee, Limonaden und Schokolade hinzu.
  • Meiden Sie es am späten Tag. Koffein kann den Schlaf beeinträchtigen; für viele ist der frühe Nachmittag die letzte sinnvolle Zeit.
  • Kombinieren Sie es nicht mit anderen Stimulanzien. Verzichten Sie am selben Tag auf Energy-Drinks oder weitere koffeinhaltige Supplemente.
  • Legen Sie Pausen ein. Täglicher Dauerkonsum kann zu Toleranz führen und beim abrupten Absetzen zu Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Was wir nicht wissen

Ehrlich gesagt: Die Langzeitdaten zu Guarana als Pflanze sind dünn. Die vorhandenen Studien sind meist klein, kurz und untersuchen oft Kombinationen mit anderen Stoffen – was die Zuordnung der Effekte erschwert. Für die Frage, ob Guarana bei langfristiger täglicher Einnahme über Jahre hinweg unbedenklich ist, fehlt schlicht die belastbare Grundlage. Wer Sicherheit sucht, sollte deshalb bei der Dosis bleiben, die auf dem Etikett steht, und bei Zweifeln den einfacheren Weg wählen: weniger.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie eine medizinische Fachkraft – das ist keine Schwäche. Ein Apotheker kann Ihnen helfen einzuschätzen, ob Guarana zu Ihrer Gesundheit und Ihrer Medikation passt, und ein Arzt kann Ihren individuellen Fall beurteilen. Guarana ist kein Arzneimittel, sondern ein Lebensmittel, und wie jedes Lebensmittel kann es je nach Person und Menge nützen oder schaden. Für die meisten gesunden Erwachsenen ohne Gegenanzeigen ist es bei Einhaltung der Dosis wahrscheinlich unbedenklich. Bei Zweifeln gilt: nicht auf gut Glück.

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Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

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