Sexuelle Lust schwankt im Lauf des Lebens, und sie reagiert auf alles, was sonst noch läuft: Müdigkeit, Stress, die Beziehung, Schlaf, Medikamente, Hormone. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt unter den Ursachen für eine niedrige Libido Beziehungsprobleme, Stress, Angstzustände oder Depressionen, Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt, den Hormonabfall mit dem Alter und besonders in den Wechseljahren, manche Medikamente wie Blutdrucksenker oder Antidepressiva, hormonelle Verhütung und übermäßigen Alkoholkonsum. Wenn Sie sich in dieser Liste wiederfinden: Sie sind damit nicht allein, und mit Ihnen stimmt nichts nicht. Es lohnt sich, hinzuschauen, was sich verändert hat – und mit einer Fachperson zu sprechen, wenn es anhält oder Sie belastet.
Ist es normal, ab und zu keine Lust zu haben?
Ja, das kann vorkommen, und der NHS führt dafür mehrere mögliche Ursachen auf. Meist ist es nicht die Schwankung an sich, die Menschen zum Arzt führt, sondern das Leiden daran: Schuldgefühle, das Ausweichen vor Nähe, eine Beziehung, die darunter leidet.
Eine Unterscheidung hilft. Das eine ist weniger spontanes Verlangen. Etwas anderes ist Schmerz, starke Trockenheit, Schwierigkeiten, erregt zu werden, oder eine plötzliche Veränderung, die es so noch nie gab. Beides verdient Aufmerksamkeit, aber nicht dieselbe. Bei der zweiten Variante lohnt das Gespräch mit Arzt oder Apotheker früher.
Es gibt auch keine richtige Zahl an Sex pro Woche. Eine Frequenz, die zu einem Paar passt, kann für ein anderes zu viel oder zu wenig sein. Sich mit dem zu vergleichen, was Freundinnen erzählen oder in sozialen Netzwerken zu sehen ist, taugt als Kompass nicht: Niemand zeigt dort sein tatsächliches Sexualleben.
Warum habe ich keine Lust mehr? Die häufigsten Ursachen
Mehrere der Ursachen, die der NHS listet, gehören zum Alltag. Dort lohnt es sich anzufangen.
Stress, Angst und Erschöpfung. Schlecht geschlafene Nächte, Wochen voller Arbeit, offene Rechnungen, kleine Kinder – all das belegt den mentalen Platz, den Lust braucht. Der NHS nennt Stress, Angstzustände und Depressionen ausdrücklich unter den Ursachen für eine niedrige Libido.
Beziehungsprobleme. Unausgesprochene Kränkungen, fehlende Kommunikation, angestaute Wut. Auch Beziehungsprobleme stehen beim NHS auf der Liste.
Alkohol. Übermäßiger Alkoholkonsum gehört ebenfalls dazu.
Medikamente und hormonelle Verhütung. Manche Blutdrucksenker und Antidepressiva können die Libido beeinflussen, und auch hormonelle Verhütung wird als mögliche Ursache genannt. Das heißt nicht, dass Sie irgendetwas eigenmächtig absetzen sollten. Es heißt, dass Sie darüber mit der Person sprechen sollten, die es verschrieben hat.
Hormone und Lebensphasen. Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt sowie der Hormonabfall mit dem Alter, vor allem in den Wechseljahren, zählen zu den gelisteten Ursachen. Der NHS führt eine verminderte Libido unter den Symptomen der Wechseljahre und der Perimenopause.
Langfristige Erkrankungen. Der NHS gibt an, dass Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und Krebs die Libido beeinflussen können und dass die Behandlung von der Ursache abhängt. Haben Sie eine dieser Erkrankungen und eine Veränderung bemerkt, sprechen Sie sie beim nächsten Termin an.
Was Sie diese Woche ändern können
Wunder gibt es hier nicht, aber konkrete Schritte. Fangen Sie mit denen an, die nur von Ihnen abhängen.
- Alkohol. Reduzieren Sie und schauen Sie, was passiert. Wenn Sie mehrmals pro Woche trinken, ist das die erste Stellschraube.
- Stress. Der löst sich nicht mit einem tiefen Atemzug. Er löst sich mit weniger Verpflichtungen, mehr praktischer Unterstützung im Alltag und, wenn Angst oder Depressionen im Spiel sind, mit professioneller Hilfe.
- Beziehung. Ein ehrliches Gespräch darüber, was sich verändert hat – ohne Vorwürfe.
- Ruhe und Berührung ohne Ziel. Zärtlichkeit, die nicht in Sex münden muss, dürfen Sie ausprobieren.
Geben Sie jeder Veränderung einen realistischen Zeitraum. Hat sich danach nichts getan, ist der nächste Schritt nicht noch eine gleiche Woche – sondern ein Gespräch mit jemandem.
Was wahrscheinlich nicht hilft
Es gibt viele gut gemeinte Ratschläge, die mehr versprechen, als sie halten. Misstrauen Sie Einzellösungen: ein Kraut, eine Tablette, eine Diät, ein neues Spielzeug. Nett kann das sein, doch eine Ursache, die nicht behandelt wird, löst es nicht.
10 % Rabatt zum Start ✨
Abonniere unseren Newsletter und erhalte sofort deinen Willkommenscode. Neuigkeiten, Tipps und exklusive Angebote.
Mit deiner Anmeldung stimmst du dem Erhalt von Marketing-Mitteilungen von Tutti Bear zu. Du kannst dich jederzeit abmelden. Siehe unsere Datenschutzerklärung und unsere AGB .
Alles erledigt! 10 % Rabatt ❤️
WELLCOME10
Nutze den Code bei deiner ersten Bestellung!
Die Vorstellung, man müsse sich nur „entspannen“, ist unfair und wenig hilfreich. Liegt die Ursache in Angst, Depression, einer langfristigen Erkrankung oder einem Medikament, reicht Willenskraft nicht.
Auch für allgemeine „Libido-Präparate“ gibt es keine belastbaren Belege, dass sie das Problem lösen. Verspricht Ihnen jemand garantierte Ergebnisse, ist das für sich genommen schon ein Warnsignal.
Wo Nahrungsergänzungsmittel ehrlich gesagt hingehören
Nahrungsergänzungsmittel sind keine Behandlung bei verminderter Libido. Keiner der Inhaltsstoffe, die wir hier nennen können – Kollagen, Biotin, Folsäure, Selen, Vitamin A, B6 und C – hat einen belegten Zusammenhang mit gesteigerter sexueller Lust. In den Quellen, die wir herangezogen haben, taucht keiner dieser Nährstoffe im Zusammenhang mit Libido auf.
Sinnvoll ist etwas anderes: sicherstellen, dass es an der Basis nicht fehlt. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist diese Basis, und Nahrungsergänzungsmittel ersetzen sie nicht. Vermuten Sie einen Mangel, kann der Arzt das abklären. Produkte wie die Kollagen-Fruchtgummis oder das Schönheits-Pack gibt es zwar, sie sind aber nicht die Antwort auf fehlende Libido und ersetzen weder eine abwechslungsreiche Ernährung noch Erholung, psychologische Unterstützung oder eine medizinische Behandlung, wenn sie nötig ist. Wenn Sie die Kollagen-Fruchtgummis einnehmen, gilt: zwei Fruchtgummis pro Tag, und die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten. Sie enthalten mehrwertige Alkohole, die bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, und sollten nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise verwendet werden. Prüfen Sie in jedem Fall das Etikett und halten Sie sich an die Angaben.
Wann Sie mit Arzt oder Apotheker sprechen sollten
Der NHS rät zu einem Arztbesuch, wenn Sie sich wegen der niedrigen Libido sorgen oder vermuten, dass ein Medikament oder die hormonelle Verhütung sie beeinflusst. Das ist die praktische Richtschnur: Belastet es Sie, oder haben Sie eine konkrete Ursache im Verdacht? Dann vereinbaren Sie einen Termin.
Manche Anzeichen sprechen für ein schnelleres Gespräch, auch weil sie auf etwas anderes hinweisen können, das abgeklärt gehört: eine plötzliche, unerklärte Veränderung, Schmerzen beim Sex, starke Trockenheit oder eine Veränderung, die mit dem Beginn eines neuen Medikaments zusammenfällt. Die Apotheke kann helfen, Wechselwirkungen einzuordnen, und Sie auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereiten.
Sie brauchen keine perfekte Liste. Bringen Sie mit, was Sie wissen: wann es anfing, was sich in Ihrem Leben verändert hat, welche Medikamente Sie nehmen. Das reicht für den Anfang.
Wie lange es dauert, bis Sie merken, ob etwas wirkt
Geben Sie Veränderungen Zeit. Anpassungen des Lebensstils brauchen Wochen, bis sie spürbar werden, und hormonelle oder medikamentöse Ursachen erfordern unter Umständen Anpassungen, die nur der Arzt vornehmen kann. Steckt eine langfristige Erkrankung dahinter, folgt die Behandlung dem Tempo dieser Erkrankung.
Ein letzter Hinweis zur Beweislage. Dass diese Ursachen mit einer niedrigen Libido zusammenhängen, ist bekannt; welches Gewicht bei einer einzelnen Frau am stärksten zählt, lässt sich daraus nicht ableiten. Der erste Schritt besteht nicht darin, etwas zu kaufen – sondern hinzuschauen, was sich verändert hat, und sich Hilfe zu holen, wenn Sie sie brauchen.
Thema entdecken
Thema entdecken
Related reads
Related reads
Wie lange dauert die Wechseljahre-Übergangszeit?
Sieben bis neun Jahre nennt der NHS als übliche Spanne für die Zeit der Perimenopause und der Wechseljahre zusammen. Manchmal dauert es länger. Das heißt: Ihre…
Menopause: In welchem Alter beginnt sie meist?
Die Menopause setzt bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren ein. Diese Spanne nennt der britische Gesundheitsdienst NHS, und sie ist wahrscheinlich…
Menopause mit 40: Was das bedeutet und wann du zum Arzt solltest
Wenn deine Regelblutung vor dem 40. Lebensjahr dauerhaft ausbleibt, heißt das in der Medizin vorzeitige Menopause. Die frühe Menopause dagegen tritt vor dem…
Nächtliches Schwitzen in den Wechseljahren: was hilft
Mit nassem Pyjama aufzuwachen ist verstörend, aber laut dem britischen National Health Service (NHS) sind nächtliche Schweißausbrüche eine Form von…
Gewicht und Menstruationszyklus: Was sich wirklich ändert
Wenn die Waage an den Tagen der Periode ein halbes Kilo mehr anzeigt, hast du nicht zugenommen. In einer Studie mit 42 Frauen fanden die Autorinnen und Autoren…
Dauer des Menstruationszyklus: Was normal ist und was nicht
Ein normaler Menstruationszyklus dauert bei den meisten Frauen etwa 28 Tage, doch die Spannbreite ist groß: Der NHS betrachtet jeden Abstand zwischen 21 und 35…
Die Phasen des Menstruationszyklus: Was wann passiert
Die meisten Frauen haben einen Zyklus von etwa 28 Tagen, aber auch 21 bis 35 Tage sind völlig normal. Innerhalb dieses Rahmens teilt sich der Zyklus in zwei…
Maca in der Schwangerschaft: Was die Wissenschaft wirklich weiß
Wenn Sie schwanger sind und über die Einnahme von Maca nachdenken: Wahrscheinlich ist es nicht nötig, und die Sicherheit ist nicht belegt. Maca ist eine…