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Probiotika fürs Reisen: Was vor der Abreise wirklich hilft

Wer an Probiotika fürs Reisen denkt, erwartet meistens dasselbe: eine Packung Kapseln oder Fruchtgummis, und die Reisediarrhoe bleibt aus. Dieses Versprechen lässt sich mit der Studienlage nicht halten.

  • 7 Min. Lesezeit

Wer an Probiotika fürs Reisen denkt, erwartet meistens dasselbe: eine Packung Kapseln oder Fruchtgummis, und die Reisediarrhoe bleibt aus. Dieses Versprechen lässt sich mit der Studienlage nicht halten. Was das Risiko verlässlich senkt, ist etwas anderes — überlegt auswählen, was Sie essen und trinken, sich häufig die Hände waschen und bei Problemen ausreichend trinken. Probiotika mögen einen kleinen Effekt haben; die Untersuchungen weichen jedoch so stark voneinander ab, dass sich daraus keine Empfehlung ableiten lässt. Behandeln Sie sie im besten Fall als freiwillige Zugabe, nie als Hauptplan.

Was Sie vor der Abreise tatsächlich schützt

Reisediarrhoe ist die häufigste Reisekrankheit überhaupt, so die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention. Zu den Regionen mit dem höchsten Risiko zählen Asien (außer Japan und Südkorea), der Nahe Osten, Afrika, Mexiko sowie Mittel- und Südamerika. Bei gesunden Erwachsenen verläuft sie selten schwer oder lebensbedrohlich, sie kann aber eine ganze Reise ruinieren. Genau deshalb ist Vorbeugung so wichtig — und deshalb suchen die meisten Menschen nach einer einfachen Lösung wie einem Nahrungsergänzungsmittel.

Die Empfehlungen des CDC gegen Reisediarrhoe sind erfreulich konkret. Essen Sie nur Speisen, die durchgegart und heiß serviert werden. Finger weg von allem, was stundenlang im Buffet steht. Rohes Obst und Gemüse kommt nur auf den Teller, wenn es mit sauberem Wasser gewaschen oder von Ihnen selbst geschält wurde. Trinken Sie ausschließlich Getränke in werkseitig versiegelten Behältern, und verzichten Sie auf Eis, das möglicherweise aus nicht trinkbarem Wasser hergestellt wurde.

Dazu kommt die Handhygiene: waschen Sie sich oft die Hände mit Wasser und Seife, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Fehlt Wasser und Seife, hilft ein Desinfektionsgel auf Alkoholbasis. Und halten Sie die Hände vom Mund fern. Das klingt banal. Es ist banal, und genau darum funktioniert es.

Warum diese Maßnahmen wirken und Probiotika kein Ersatz dafür sind

Die Ernährungs- und Hygienetipps des CDC setzen an zwei Hebeln an: kluge Auswahl bei Speisen und Getränken, häufiges Händewaschen. Wer sich daran hält, senkt das Risiko für Reisediarrhoe. Man muss dafür nicht verstehen, was im Darm mikrobiologisch passiert.

Bei Probiotika ist die Kette länger. Untersucht wurde die Frage, ob Probiotika Reisediarrhoe vorbeugen können — die Ergebnisse sind aber nicht eindeutig. Plausibel klingt es. Nur ist Plausibilität kein Beweis.

Eine neuere Übersichtsarbeit, die das US-amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health ausgewertet hat und in die 11 Studien mit mehr als fünftausend Teilnehmenden eingingen, kam zu dem Schluss, dass Probiotika oder Präbiotika bei der Vorbeugung von Reisediarrhoe nützlich sein könnten — die Qualität der einzelnen Studien wurde dabei allerdings nicht bewertet. Kurz darauf stellte eine Leitlinie der International Society of Travel Medicine fest, die Evidenz reiche nicht aus, um Probiotika oder Präbiotika zur Vorbeugung oder Behandlung von Reisediarrhoe zu empfehlen. Man erkannte einen kleinen Nutzen an, ebenso aber eine enorme Streuung zwischen den Studien: andere Stämme, andere Durchfallursachen, andere Reiseziele. Wenn nicht einmal derselbe Stamm verwendet wird, ist ein Vergleich der Ergebnisse ein wackeliges Unterfangen.

Deshalb lautet die ehrliche Antwort auf die Frage, ob Probiotika auf Reisen schützen: vielleicht ein wenig, wahrscheinlich nicht entscheidend, und niemand weiß genau, unter welchen Umständen. Wer eine Garantie sucht, wird sie hier nicht finden.

So passt das in einen echten Reisetag

Der praktische Teil beginnt, bevor Sie das Haus verlassen. Informieren Sie sich vor der Abreise über Ihr Ziel und über die dort geltenden Vorsichtsmaßnahmen bei Essen und Wasser. Ein Handdesinfektionsgel gehört ins Handgepäck, für die Momente, in denen kein Waschbecken in der Nähe ist. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder gesundheitliche Probleme haben, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke — erst recht, wenn Sie unsicher sind, was Sie einpacken sollen.

Am Zielort ist die Reihenfolge der Entscheidungen einfach. Erstens, wo Sie essen: bevorzugen Sie frisch Gekochtes, das heiß serviert wird. Zweitens, was Sie trinken: werkseitig versiegelte Behälter, kein Eis. Drittens, die Hände: vor jeder Mahlzeit und nach jedem Toilettengang. Rohes Obst und Gemüse kommt nur dann in Frage, wenn Sie es selbst schälen oder sicher wissen, dass es mit sauberem Wasser gewaschen wurde.

Und die Tage, an denen alles schiefgeht? Tritt Durchfall auf, hat das Trinken Vorrang — viel Flüssigkeit, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Der NHS formuliert es genauso: Entscheidend ist, Flüssigkeit wieder zuzuführen. In den meisten Fällen geht der Durchfall innerhalb von fünf bis sieben Tagen vorbei. Nichts davon hängt davon ab, ob Sie ein Nahrungsergänzungsmittel eingepackt haben oder nicht.

Die Fehler, die den Aufwand zunichtemachen — und die, die weniger zählen

Am schwersten wiegt der Fehler, sich auf ein Präparat zu verlassen und bei der Lebensmittelwahl nachlässig zu werden. Wer Wasser mit Eis zweifelhafter Herkunft trinkt oder stundenlang warmer Buffetware nicht widersteht, für den gleicht keine Kapsel und kein Fruchtgummi das aus. Dasselbe gilt für die Handhygiene: ein Desinfektionsgel, das im Hotelzimmer liegen bleibt, während Sie am Straßenstand essen, ist ein Schutz, den es nicht gibt.

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Häufig ist auch der umgekehrte Fehler: Man hofft, dass es schon nicht passieren wird, und plant nicht, was zu tun ist, wenn es doch passiert. Wer von Anfang an weiß, dass Flüssigkeitszufuhr oberste Priorität hat und dass fünf bis sieben Tage die übliche Dauer sind, trifft weniger hektische Entscheidungen.

Manche Fehler sind dagegen weniger wichtig, als viele befürchten. Sie müssen nicht alles sterilisieren und nicht jedes Lebensmittel vorsorglich meiden, das Ihnen verdächtig vorkommt. Die Empfehlung lautet, klug zu wählen, nicht in Panik zu leben. Und Sie müssen die Entscheidung für oder gegen Probiotika nicht Wochen im Voraus treffen, als wäre es eine Impfung — für diese Eile gibt es in der Evidenz keine Grundlage.

Und wenn der Durchfall trotzdem kommt?

Bei Anzeichen einer Dehydrierung wenden Sie sich an eine Apotheke. Der NHS rät außerdem, in diesen Fällen älteren Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und allen mit anderen Erkrankungen, die das Risiko einer Dehydrierung erhöhen, besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sie beraten zu lassen.

Suchen Sie rasch ärztlichen Rat, wenn der Durchfall länger als sieben Tage anhält, wenn Blut im Stuhl oder Blutungen im Analbereich auftreten, wenn Sie weiter erbrechen und keine Flüssigkeit bei sich behalten können, oder wenn Anzeichen der Dehydrierung — etwa dunkler, stark riechender Urin oder seltenerer Toilettengang als gewohnt — auch nach der Einnahme von oralen Rehydratationslösungen fortbestehen.

Eine Situation verdient besondere Beachtung: Tritt kurz nach der Rückkehr von der Reise ein schwerer Durchfall auf, gehen Sie zum Arzt und lassen Sie den Stuhl untersuchen. Das ist kein automatisches Alarmsignal, aber ein guter Grund, es nicht auf die lange Bank zu schieben.

Wo ein Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel kommt — wenn überhaupt

Hier ist die Evidenz dünn, und so sollte man sie auch behandeln. Probiotika sind höchstens eine freiwillige Ergänzung zu den Maßnahmen, auf die es wirklich ankommt, niemals ein Ersatz dafür. Wenn Sie es ausprobieren möchten, tun Sie es mit realistischen Erwartungen: Es kann sein, dass Sie gar keinen Unterschied bemerken, und im Voraus lässt sich nicht sagen, ob es bei Ihnen etwas bewirkt.

Wer ein Produkt in Fruchtgummi-Form sucht, findet bei TuttiBear die Probiotischen Fruchtgummis mit einem Mikroorganismenkultur-Komplex und einem Verdauungsenzym-Komplex. Erwachsene kauen täglich 2 Fruchtgummis, vorzugsweise nach einer Mahlzeit. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise und außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen oder Einnahme von Medikamenten vor der Anwendung medizinischen Rat einholen. Personen mit Immunschwäche oder unter immunsuppressiver Behandlung sollten vor der Anwendung einen Arzt konsultieren. Das Produkt enthält mehrwertige Alkohole und kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.

Fällt Ihnen auf, was in diesen Zeilen nicht steht? Es gibt kein Versprechen, dass diese Fruchtgummis Reisediarrhoe verhindern. Wir können es nicht geben, weil die Evidenz es nicht trägt. Was Sie tun können: den Aufdruck lesen, die Zusammensetzung prüfen und mit diesen Informationen entscheiden — und vor allem die Vorsicht bei Essen und Hygiene nicht gegen ein Fruchtgummi eintauschen.


Vor der Abreise ist die Liste, auf die es ankommt, kurz: informieren Sie sich über Ihr Reiseziel, packen Sie Desinfektionsgel ein, essen Sie heiß und durchgegart, trinken Sie aus versiegelten Behältern, meiden Sie Eis und waschen Sie sich vor dem Essen die Hände. Bei gesundheitlichen Fragen oder wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Hält der Durchfall an oder ist Blut dabei, suchen Sie Hilfe — und wenn er kurz nach der Rückkehr auftritt, lassen Sie den Stuhl untersuchen. Zu den Probiotika aber lautet die ehrliche Antwort: Sie werden wahrscheinlich nicht den Unterschied machen, den Sie sich erhoffen, und niemand weiß derzeit genug, um Ihnen das Gegenteil zu sagen.

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