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Kaffee und Magnesium: Zieht Kaffee das Mineral wirklich aus?

Nein, in den meisten Fällen zieht dir Kaffee nicht das Magnesium, das du brauchst. Was es gibt, sind Daten, die zeigen: Koffein erhöht vor allem in hohen Mengen die Magnesiummenge, die in den Stunden danach über den Urin ausgeschieden wird.

  • 8 Min. Lesezeit

Nein, in den meisten Fällen zieht dir Kaffee nicht das Magnesium, das du brauchst. Was es gibt, sind Daten, die zeigen: Koffein erhöht vor allem in hohen Mengen die Magnesiummenge, die in den Stunden danach über den Urin ausgeschieden wird. Das ist etwas anderes als ein Magnesiummangel. Wer gesund ist, täglich zwei oder drei Tassen Kaffee trinkt und sich einigermaßen ausgewogen ernährt, muss wegen dieser Frage nichts ändern.

Die Verwirrung entsteht, weil drei verschiedene Dinge durcheinandergeworfen werden: was direkt nach dem Kaffee im Urin passiert, was innerhalb des Körpers mit dem Magnesium passiert und was nötig wäre, bis jemandem wirklich das Magnesium ausgeht. Das sind drei verschiedene Fragen. Ehrlich gesagt ist nur die erste einigermaßen untersucht.

Scheidet man durch Kaffee tatsächlich mehr Magnesium aus?

Ja, dafür gibt es brauchbare Daten. Eine systematische Übersicht von 2021, die 13 Studien zu Kaffee, Tee und Harnsteinen zusammenfasste, kam zu dem Schluss, dass Koffein die Ausscheidung von Kalzium, Natrium und Magnesium über den Urin erhöht. Beschrieben wird dieser Effekt bei Mengen über 300 bis 360 mg Koffein pro Tag, also grob ab vier Tassen Kaffee.

Achte auf die Bedingung: über vier Tassen. Darunter beschreibt die Übersicht, auf die wir uns hier stützen, diesen Effekt nicht. Wer morgens einen Kaffee trinkt und nach dem Mittagessen noch einen, liegt weit unter dieser Schwelle.

Es gibt außerdem eine ältere Studie von 2004. Sie gab 39 Personen mit einer Vorgeschichte von Kalziumsteinen und einer gematchten Kontrollgruppe nach 14 Stunden Fasten 6 mg Koffein pro Kilogramm fettfreier Masse. In den zwei Stunden nach dem Kaffee stieg das Verhältnis von Magnesium zu Kreatinin im Urin. Was das zeigt, sollte man klar benennen: Es wurde die Zusammensetzung des Urins über einen kurzen Zeitraum gemessen. Nicht gemessen wurde, ob diese Menschen danach weniger Magnesium im Körper hatten. Das ist nicht dasselbe, und man sollte es auch nicht so lesen.

Mehr Magnesium ausscheiden ist nicht dasselbe wie ein Mangel

Nicht zwangsläufig. Genau dieser Teil wird fast nie erklärt. Die Messung von 2004 betraf den Urin in den zwei Stunden nach dem Koffein, nicht das Magnesium, das im Körper vorhanden ist. Mehr Magnesium über den Urin zu verlieren, belegt für sich genommen keinen Mangel, und MedlinePlus (NIH) weist darauf hin, dass ein echter Magnesiummangel selten ist.

Hinzu kommt: Ein tatsächlicher Magnesiummangel ist selten. Darauf deuten die klinischen Referenzquellen hin. Ein echter Mangel hängt meist an bestimmten Situationen – übermäßiger Alkoholkonsum, Magen-Darm-Erkrankungen oder Operationen, die die Aufnahme beeinträchtigen, höheres Alter und Typ-2-Diabetes. Er ist nicht das Ergebnis davon, dass jemand Kaffee trinkt.

Wenn du sicherstellen willst, dass du genug Magnesium aufnimmst, führt der besser belegte Weg über den Teller und nicht über den Verzicht auf Kaffee. Die wichtigsten Nahrungsquellen sind dunkelgrünes Blattgemüse. Dazu zählen auch Bananen, getrocknete Aprikosen, Avocado, Nüsse wie Mandeln und Cashewkerne, Hülsenfrüchte, Samen, Sojaprodukte, Vollkorngetreide und Milch.

Ein Detail, das oft überrascht: Koffein hat einen vorübergehenden Effekt auf die Harnmenge. Eine Metaanalyse von 2015 mit 16 Studien an gesunden Erwachsenen und einer mittleren Koffeindosis von 300 mg fand eine Zunahme der Harnmenge um etwa 109 mL, also 16 % im Vergleich zu keinem Koffein. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass sich Sorgen über unerwünschte Flüssigkeitsverluste durch Koffein nicht rechtfertigen lassen, besonders wenn es vor dem Sport konsumiert wird. Der Effekt existiert also, er ist klein, und er ist kein Grund zur Alarmstimmung.

Kann ich Magnesium zusammen mit Kaffee einnehmen?

Hier muss ich ehrlich sein: Diese konkrete Frage beantworten die Quellen, auf denen dieser Artikel beruht, nicht. Eine erfundene Antwort wäre schlechter als das Eingeständnis, dass es dazu nichts gibt.

Sicher sagen lässt sich das, was oben schon steht: Kaffee erhöht bei hohen Mengen die Magnesiumausscheidung über den Urin, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass ein gelegentlicher Kaffee dazwischen wesentlich stört. Wenn dir die gemeinsame Einnahme trotzdem im Kopf herumgeht, ist der einfachste und kostenlose Schritt, beides zeitlich zu trennen – zum Beispiel das Präparat zu einer Mahlzeit zu nehmen, zu der du keinen Kaffee trinkst. Nicht weil es einen Beleg dafür gibt, dass es einen Unterschied macht, sondern weil es die Frage ausräumt und dich nichts kostet.

Wenn du Medikamente einnimmst, schwanger bist, stillst oder eine Erkrankung hast, dreht sich die Frage nicht mehr um Kaffee, sondern um dich. Sprich mit einer medizinischen Fachkraft, bevor du irgendein Präparat zusätzlich einnimmst.

Warum diese Frage überhaupt auftaucht

Wer diese Antwort sucht, ist selten nur neugierig auf Koffein. Oft ist der Weg ein anderer: schlechter Schlaf, ständige Müdigkeit, irgendwo aufgeschnappt, dass Magnesium bei der Entspannung hilft – und dann wächst das Misstrauen gegenüber dem Kaffee am späten Nachmittag. Es lohnt sich, die beiden Gespräche auseinanderzuhalten.

Zum Schlaf lässt sich sagen: Die Quellen hinter diesem Artikel verbinden Kaffee nicht mit Magnesiumverlust, und sie sagen auch nicht, was man dagegen tun sollte. Wenn dein Problem das Einschlafen ist oder das Aufwachen mitten in der Nacht, sind der Zeitpunkt des letzten Kaffees, das Licht, die Bildschirme und die Abendroutine erste Ansatzpunkte, die nichts kosten.

Zum Magnesium ist die Aussage begrenzt. Die hier zusammengetragene Evidenz ist dünn, wenn es darum geht, Magnesium mit Schlaf oder Entspannung zu verknüpfen, und sie trägt keine Versprechen. Ein Präparat ersetzt keine Gewohnheiten und behandelt nichts.

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Wann Kaffee tatsächlich zu viel ist

Der Wert, der in der Literatur als Schwelle für den Effekt auf die Ausscheidung genannt wird, ist dieser Bereich von 300 bis 360 mg Koffein pro Tag. Das ist keine rote Linie, die der Körper aufleuchten lässt. Es ist der Punkt, ab dem die Studien das Phänomen beschreiben. Wenn du viel Kaffee trinkst und merkst, dass du sehr häufig zur Toilette musst oder schlechter schläfst, sind das praktische Gründe, weniger zu trinken – unabhängig vom Magnesium.

Wir tun nicht so, als hätten wir eine Genauigkeit, die wir nicht haben: Die Koffeinmenge in einer Tasse schwankt stark je nach Kaffeesorte, Zubereitung und Tassengröße. Wenn du wissen willst, wie viel du wirklich trinkst, bleibt nur der ehrliche Weg über das, was du tatsächlich zu dir nimmst – nicht über einen Durchschnittswert.

Was nicht hilft, auch wenn es oft wiederholt wird

Mehr Wasser zu trinken „spült“ den Kaffee nicht aus und gleicht keinen Magnesiumverlust aus, der gar nicht belegt ist. Kaffee komplett zu streichen, um das Magnesium zu „schützen“, hat in den hier vorliegenden Daten keine Grundlage – der beschriebene Effekt ist klein und von der Dosis abhängig. Und ein Magnesiumpräparat als Versicherung gegen den Kaffee zu nehmen, heißt, etwas zu behandeln, das wahrscheinlich gar nicht passiert.

Es gibt noch eine verbreitete Versuchung: ein Ergebnis zur Ausscheidung über den Urin lesen und daraus schließen, dem Körper gehe das Mineral aus. Das sind zwei verschiedene Aussagen, und die zweite ist nicht belegt.

Wo ein Magnesiumpräparat ehrlicherweise hingehört

Wenn du Magnesium in deine Routine aufnehmen möchtest, gibt es Produkte, die dafür gedacht sind – die Magnesium-Fruchtgummis in Fruchtgummi-Form, für Erwachsene. Eine Dosis von zwei Fruchtgummis liefert Magnesiumcitrat 360 mg, davon Magnesium 50,4 mg (13 % des Referenzwerts für die Nährstoffzufuhr), und Vitamin B6 1,4 mg (100 % des Referenzwerts). Die Verzehrempfehlung: täglich 2 Fruchtgummis kauen, vorzugsweise nach einer Mahlzeit. Die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten.

Ich sage es ohne Umschweife: Das ist keine Lösung für den Kaffee. Es ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel, und es dient nicht dazu, Schlaf, Müdigkeit oder irgendetwas anderes zu behandeln. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise verwendet werden. Enthält mehrwertige Alkohole; kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen oder Einnahme von Medikamenten vor der Anwendung eine medizinische Fachkraft konsultieren.

Wenn es dir nur darum geht, ausreichend Magnesium zu bekommen, fang beim Teller an – Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide. Dort sitzt die belastbarere Grundlage.

Wann du mit Arzt oder Apothekerin sprechen solltest

Die übliche Version dieser Frage ist harmlos und verlangt keinen Termin. Es gibt aber Anzeichen, die eine andere Qualität haben und nicht dem Kaffee zugeschrieben werden sollten. Ein echter Magnesiummangel kann mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Schwäche beginnen. In schwereren Fällen kommen Taubheitsgefühle oder Kribbeln, Muskelkontraktionen und Krämpfe sowie Veränderungen des Herzrhythmus hinzu.

Wenn du solche Symptome hast, besonders Veränderungen des Herzrhythmus, ist jetzt nicht der Moment, am Kaffee zu drehen oder Präparate zu kaufen. Suche eine medizinische Fachkraft auf. Dasselbe gilt, wenn du eine Magen-Darm-Erkrankung hast, dich einer Operation unterzogen hast, die die Aufnahme beeinträchtigt, übermäßig Alkohol trinkst, älter bist oder Typ-2-Diabetes hast – in diesen Gruppen ist ein Mangel plausibler, und die Einschätzung gehört zu jemandem, der die klinischen Befunde vor sich hat.

Wie lange es dauert, bis du eine Veränderung beurteilen kannst

Für die Kaffee-Frage gilt: Wahrscheinlich gibt es nichts zu ändern, und deshalb gibt es auch keine Frist. Wenn du aus einem anderen Grund weniger Kaffee trinken willst – etwa für besseren Schlaf –, gib dir zwei bis drei Wochen, bevor du urteilst. Veränderungen der Schlafgewohnheiten lassen sich selten in Tagen bewerten.

Wenn du dein Magnesium über die Ernährung sichern willst, musst du auf kein Signal warten. Regelmäßig Quellen wie dunkelgrünes Blattgemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte einzubauen, ist eine Änderung der Routine und keine Behandlung mit Ablaufdatum. Und falls du irgendwann das Gefühl hast, zu viel Kaffee zu trinken, kommt das nützlichste Signal nicht aus dem Urin – es kommt daher, wie du schläfst und wie du dich fühlst. Fang dort an. Das ist der Teil, den du ohne Labor beobachten kannst, und der dich am ehesten interessiert.

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